Aktuelle Messwerte 02.09.2010

pH-Wert: 8,53
alkalische Reserve: 1,8% CaCo3/kg
Verfestigung: 30%
Einzelblattentsäuerung
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BCP – das einzige maschinelle Einzelblattverfahren, das Papier nicht nur entsäuert, sondern zugleich verfestigt und nachhaltig vor Papierbruch schützt.

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Bückeburger Verfahren
(BCP-Verfahren)


  • Fixierung der Schreibstoffe mit Rewin® und Mesitol®
  • Entsäuerung mit Magnesiumhydrogencarbonat
  • Verfestigung des Papiers mit Methylcellulose

 

Zeitungsbestände dauerhaft sichern

90 Prozent der Bibliotheks- und Archivbestände sind vom Papierzerfall bedroht. Betroffen sind nahezu alle Dokumente, Bücher und Zeitungen der letzten 170 Jahre. Als Mitte des 19. Jahrhunderts die industrielle Papierherstellung begann, wuchs der Rohstoffbedarf. Anstelle von Textilien wurde Holzschliff als Grundlage eingesetzt sowie eine Harz-Leimung, die jedoch säurebildende Substanzen im Papier hinterlässt. Die Säure bricht im Laufe der Zeit die Zellulosefasern des Papiers auf und lässt es spröde und brüchig werden. Die Folge ist eine schnelle Papieralterung und schließlich ein Zerfall, der durch mechanische Beanspruchung und ungünstige Lagerbedingungen noch verstärkt wird.

Das Bückeburger Konservierungsverfahren

Mit dem Bückeburger Verfahren (BCP-Verfahren) kann der Zerfallsprozess von Papier erfolgreich gestoppt werden. Es ist das einzige maschinelle Einzelblattverfahren, das Papier nicht nur entsäuert, sondern zugleich verfestigt und nachhaltig vor Papierbruch schützt. Dabei wirkt eine Mischung aus Magnesiumhydrogencarbonat, Methylcellulose und Fixiermitteln in einer wässrigen Lösung bis tief in das Papier hinein. Das Ergebnis: Vorhandene Säuren werden neutralisiert und die alkalische Reserve gewährleistet eine Langzeitwirkung. Gleichzeitig erhält das Papier eine höhere Flexibilität und wird durch die Leimung nachhaltig verfestigt.

11 Mio. Blatt pro Jahr

Auf insgesamt drei Großanlagen in den Betriebsstätten Brauweiler und Berlin konserviert die GSK rund elf Millionen Einzelblätter pro Jahr. Die BCP-Wirkstofflösung, die eine komplette Behandlung in einem Arbeitsgang ermöglicht, wird ständig weiterentwickelt und verbessert. Regelmäßige Messungen und Laborauswertungen belegen den Erfolg. Diese Arbeit erfordert besondere Sorgfalt und Diskretion. Vor der Konservierung werden die Dokumente zunächst zu Einzelblättern aufgelöst, wobei Bindungen und Metallteile entfernt werden, und bei Bedarf gereinigt. Im Anschluss werden sie foliiert, also mit einem fortlaufenden Nummern- und Buchstabencode versehen, damit sie später korrekt sortiert ins Archiv zurückgelangen. Eine begleitende Dokumentation aller einzelnen Arbeitsschritte gewährleistet Sicherheit und Qualität.

 

Workflow der Einzelblattentsäuerung

 

  • Festlegung der Behandlungskriterien
    Anhand eines Fragebogens werden die Kriterien zur Behandlung des Archivguts festgelegt und alle durchzuführenden Maßnahmen unter Berücksichtigung der Kundenwünsche definiert. Eine schonende Bearbeitung ist in jedem Fall garantiert.
  • Vorbereitung
    Die Dokumente werden gereinigt und zu Einzelblättern aufgelöst, wobei Bindungen, Metallteile und Klebungen entfernt sowie ggfs. kleine Risse geschlossen werden.
  • Maschinelle Foliierung
    Die Foliierung erfolgt mit einem berührungslosen Tintenstrahldrucker. Die Blätter erhalten eine optisch einheitliche und fortlaufende Codierung mit einer archivsicheren, alterungsbeständigen Tinte und werden dabei je nach Konservierungsart selektiert.
  • Konservierung
  • Maschinelle Konservierung
    Nahezu alle Blätter können nach dem BCP-Verfahren maschinell konserviert werden. Dabei durchlaufen Sie ein Konservierungsbad und werden anschließend getrocknet.
  • Manuelle Konservierung
    Besonders empfindliche oder stark beschädigte Blätter werden manuell konserviert.
  • Manuelle Restaurierung
    An stark beschädigten Blättern werden kleinere restauratorische Arbeiten wie das Schließen von Rissen und Ausbessern von Fehlstellen durchgeführt. Stark beschädigte Einzelblätter können mit einer speziell gepufferten Folie (z.B. Archibond) oder Japanpapier stabilisiert werden.
  • Glätten/Verpacken
    Die Papiere aus der manuellen und maschinellen Konservierung werden wieder in korrekter Sortierung zusammengeführt. Das durch die wässrige Lösung entstandene Volumen wird durch Glätten reduziert. Abschließend werden alle Dokumente nochmals kontrolliert und verpackt.

Eine begleitende Dokumentation aller einzelnen Arbeitsschritte gewährleistet Sicherheit und Qualität.