Aktuelle Messwerte im Juli 2013

CoMa 3 // CoMa 4 // CoMa 5 // C 900
Qualitätssicherung

In unseren hauseigenen Labors werden die Arbeitsergebnisse einer ständigen Kontrolle unterzogen. Einen Auszug der Ergebnisse finden Sie ganz oben rechts auf dieser Seite.

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Garantierte Qualität

Regelmäßige Kontrollen
Verfahrenskontrollen
Langzeitmessungen

Die Konservierungsverfahren der GSK werden nach hohen Qualitätsstandards durchgeführt und unterliegen fest definierten internen und externen Kontrollen. Maschinen, Geräte und Chemikalienzusammensetzung werden permanent überprüft und weiterentwickelt. Die Entsäuerungsanlagen werden zweimal jährlich gewartet; die Wirkstofflösung wird permanent überprüft und erneuert. Alle eingesetzten Stoffe durchlaufen eine strenge Gütekontrolle. Die Arbeitsprozesse erfolgen genau nach Anweisung und werden vollständig dokumentiert, so dass alle Arbeitsschritte eines jeden Mitarbeiters nachvollziehbar sind. Wir investieren kontinuierlich in Forschung und Entwicklung zur Optimierung der Prozesse und setzen uns im Rahmen unserer Mitarbeit im Normenausschuss Information und Dokumentation (NID) für die Durchsetzung hoher Qualitätsstandards ein.

Die Massenentsäuerungsverfahren der GSK gewährleisten eine dauerhafte Entsäuerung, alkalische Pufferung und Verfestigung der Papiere. Wir garantieren in der Einzelblattentsäuerung nach dem BCP-Verfahren nach der Behandlung einen pH-Wert zwischen 7,1 und 9,5. Lediglich in wenigen Einzelfällen liegt der pH-Wert geringfügig niedriger, was meist auf eine besonders dichte, geschlossene Papieroberfläche zurückzuführen ist. Ferner wird durch die Entsäuerung mit dem BCP-Verfahren eine alkalische Reserve zwischen 0,5 bis 2 MA.-% MgCO3 sowie bei 90% der Papiere eine Festigkeitssteigerung von bis zu ca. 30 % erzielt. Diese Erfahrungswerte stammen von internen Messungen und  diversen Studien der letzten 14 Jahre, u. a. vom Niedersächsischen Landesarchiv.

Regelmäßige Kontrollen

Entsprechend der Empfehlung"Bestandserhaltung in Archiven und Bibliotheken" von Hofmann und Wiesner (Link zur Originalquelle) erfolgen regelmäßige Routine- und Verfahrenskontrollen an genormten Testpapieren, die mit den GSK-Anlagen in Brauweiler entsäuert worden sind.

Im Rahmen der so genannten Routinekontrolle werden genormte Testpapiere einmal wöchentlich mit allen drei Anlagen entsäuert und im hauseigenen Labor analysiert. Gemessen werden der pH-Wert im Kaltextrakt in Anlehnung an DIN 53124, die alkalische Reserve in Anlehnung an ISO 10716 und die Bruchkraft nach Falzung.

Die Verfahrenskontrolle wird alle zwei Jahre von einem unabhängigen Prüfinstitut durchgeführt. Das Institut analysiert den pH-Wert im Kaltextrakt, die alkalische Reserve gemäß ISO 10716, die Gleichmäßigkeit der Entsäuerung und die Bruchkraft nach Falzung (Methode Bansa/Hofer) direkt nach der Entsäuerung sowie nach einer künstlichen Alterung von 24 und 48 Tagen. Die künstliche Alterung simuliert in einem genormten, beschleunigten Verfahren den natürlichen Alterungsprozess, indem die Proben stufenweise einige Tage in einem Klimaschrank einer definierten erhöhten Temperatur und einer erhöhten Luftfeuchtigkeit ausgesetzt werden.

 

Verfahrenskontrolle Dezember 2016

 

Extrakt pH-Wert

 

Maschine

Alterung

Min

Max

Mittelwert

Referenzpapier I
(unbehandelt) 

 

ungealtert

4,13

4,1

4,2

 

24 Tage

4

4

4

 

48 Tage

4

4

4

Referenzpapier II
(unbehandelt) 

 

 

 

ungealtert

4,1

4,1

4,1

24 Tage

4

4

4

48 Tage

4

4

4

BCP Referenzpapier I
(behandelt) 

 

 

 

ungealtert

8,7

8,7

8,7

24 Tage

7,75

7,7

7,8

48 Tage

9,18

8,9

9,3

BCP Referenzpapier II
(behandelt) 

 

 

 

ungealtert

9,08

9

9,1

24 Tage

8,63

8,6

8,7

48 Tage

8,8

8,7

8,9

 

Alkalische Reserve

 

Maschine

Alterung

Min

Max

Mittelwert

 

 

 

(% Magnesium Carbonat)

 

Referenzpapier I
(unbehandelt) 

 

 

 

ungealtert

0,0

0,0

0,0

24 Tage

0,0

0,0

0,0

48 Tage

0,0

0,0

0,0

Referenzpapier II
(unbehandelt) 

 

 

 

ungealtert

0,0

0,0

0,0

24 Tage

0,0

0,0

0,0

48 Tage

0,0

0,0

0,0

BCP Referenzpapier I
(behandelt) 

 

 

 

ungealtert

0,76

0,723

0,803

24 Tage

0,64

0,602

0,683

48 Tage

0,62

0,602

0,642

BCP Referenzpapier II
(behandelt) 

 

 

 

ungealtert

0,98

0,883

1,084

24 Tage

0,7

0,683

0,723

48 Tage

0,62

0,602

0,642

 

Bruchkraft lg nach Falzung

 

Maschine

Alterung

Min

Max

Mittelwert

Referenzpapier I
(unbehandelt)

 

 

 

ungealtert

15,2

8,6

17

24 Tage

7,2

3,1

11

48 Tage

1,7

4,5

0,5

Referenzpapier II
(unbehandelt) 

 

 

 

ungealtert

40

35,8

45,1

24 Tage

6,6

4

8,9

48 Tage

4,1

1,2

6,9

BCP Referenzpapier I
(behandelt) 

 

 

 

ungealtert

19,3

13,7

24,5

24 Tage

19,3

13,4

22,5

48 Tage

13,4

16,8

22,4

BCP Referenzpapier II
(behandelt) 

 

 

 

ungealtert

47,1

39

53,3

24 Tage

42,6

35,3

49,4

48 Tage

42,1

29

48,7

 

Die Messungen zeigen: Die Festigkeit von unbehandelten, säurehaltigen Papieren nimmt im Laufe der künstlichen Alterung sehr viel schneller ab als die Festigkeit von Papieren, die mit dem Bückeburger Konservierungsverfahren entsäuert wurden.

Die ausführlichen Messergebnisse als pdf-Download.

Langzeitmessungen bestätigen den Erfolg

Die längerfristige Wirksamkeit der Verfahren wird üblicherweise nur durch die Messung an künstlich gealterten Papieren belegt. Die komplexen und je nach Aufbewahrungsbedingungen unterschiedlichen Vorgänge der natürlichen Alterung können bei der künstlichen Alterung jedoch kaum umfassend nachgebildet werden. Es ist demnach unverzichtbar, die langfristige Wirkung der Behandlung in der Realität zu prüfen. Hierfür wurde 1995 ein Depot eingerichtet, in dem Referenzpapiere unter archivgerechten Bedingungen eingelagert werden.

Im Jahr 2007 wurde die Wirksamkeit des Konservierungsverfahrens durch das Staatsarchiv Bückeburg und verschiedene unabhängige Institutionen anhand erneuter Messungen an Papieren überprüft, die 1995 mit dem Bückeburger Konservierungsverfahren entsäuert wurden. Die Prüfverfahren entsprachen den üblichen Normen. Behandelte und unbehandelte Proben, die unter identischen Bedingungen gelagert waren, wurden jeweils chemisch auf ihren pH-Wert und die alkalische Reserve sowie mechanisch auf Bruchkraft, Bruchkraft nach Falzung und Dehnung untersucht. Die Ergebnisse der Behandlung entsprachen in allen Punkten den selbst gesteckten Zielen:

Messung nach 12 Jahren natürlicher Alterung

 

 

1995

2007

 Abweichung  

 

unbehandelt

behandelt

unbehandelt

behandelt

 

pH-Wert

4,5

10,7

3,8

9,5

150 %

alkalische Reserve
(mol/kgt)

/

0,48

/

0,4

 

alkalische Reserve
(% CaCO3)

/

2,41

/

1,95

 

Bruchkraft nach
def. Falzung in N

18

20,5

10,41

15,17

46 %

Quelle: Hubert Höing

 

Der natürliche Alterungsprozess der unbehandelten Papiere war deutlich weiter fortgeschritten als der der behandelten, wie der Vergleich der pH-Werte zeigt. Auch nach zwölf Jahren verfügte das behandelte Papier noch über eine ausgezeichnete alkalische Reserve. Die Festigkeit wurde ebenfalls erneut geprüft und zeigte eine um 46 Prozent höhere Bruchkraft nach definierter Falzung bei den konservierten Papieren im Vergleich zu den unbehandelten.

Als Ergebnis der Kontrolle der längerfristigen Wirksamkeit des"Bückeburger Verfahrens" bleibt also festzuhalten, dass die wichtigsten Ziele einer konservatorischen Behandlung erreicht werden. Der pH-Wert wird in den basischen Bereich gehoben und eine alkalische Reserve wird eingebracht. Die durch die Behandlung erreichten Werte bleiben über einen längeren Zeitraum wirksam. Die Festigkeit des Papiers wird durch die Behandlung signifikant erhöht; der durch die Behandlung erzielte Festigkeitsgewinn bleibt auch nach einer natürlichen Alterung von zwölf Jahren erhalten und liegt signifikant höher als die Werte des unbehandelten Vergleichspapiers.

Die ausführlichen Messergebnisse als pdf-Download.

Systembedingte Nebenwirkungen

Jedes Massenverfahren birgt auch die Gefahr von Nebenwirkungen. Unter Nebenwirkungen werden optisch-haptisch erkennbare Veränderungen verstanden, deren Ursache die Entsäuerung mit dem Bückeburger Verfahren sein kann.

Farbveränderungen
Rot- und Blautöne können durch das alkalische Medium eine leichte Aufhellung erfahren. In keinem Fall ist die Lesbarkeit beeinträchtigt. Eine weitergehende Zunahme der Aufhellung bei der Langzeitlagerung wurde nicht beobachtet.

Volumenzunahme
Durch das wässrige Entsäuerungsmedium kommt es zum Aufquellen des Papiers und damit zu einer Wellung. Diese wird durch das Glätten der Papiere im Anschluss an die maschinelle Konservierung reduziert, die Papiere behalten jedoch eine leichte Wellung. Die Volumenzunahme liegt in der Regel bei circa 10 Prozent, ist jedoch sehr abhängig von der Papierart.

Hofbildungen
Durch die zugesetzten Fixative kann die Mehrzahl der Beschreibstoffe zuverlässig fixiert werden, vereinzelt kann es jedoch zum Ausbluten von Stempeln und Tinten kommen. Dies beeinträchtigt aber nie die Lesbarkeit der Dokumente.